Feb 2012

WIENER NEUDORF

Phosphorsäure ausgetreten

Bericht

In einem Unternehmen in Wr. Neudorf im IZ NÖ Süd kam es aus bisher unbekannten Gründen am Vormittag des 16. Februar 2012 zu einem Schadstoffunfall. Im Kellerbereich einer Firma trat aus einem IBC-Behälter (ca. 600 l.) 85%-ige Phosphorsäure gemischt mit Wasser aus. [Bild 009] Die Bezirksalarmzentrale alarmierte um 10:54 Uhr die Freiwillige Feuerwehr Wr. Neudorf zum Unfallort. Nach Absicherungsmaßnahmen durch die Einsatzkräfte wurde der Schadstoffberatungsdienst des Landes NÖ, welcher bei der FF Mödling stationiert ist, zur Lageerkundung alarmiert. [Bild 001] Nach gemeinsamer Erkundung durch Einsatzleiter HBI Walter Wistermayer mit der Firmenleitung wurde entschieden, die Schadstoffeinheit des Bezirkes Mödling zu alarmieren. Weiters wurden zur Sicherheit zwei Mitarbeiter des Unternehmes ins Krankenhaus gebracht. [Bild 002] Um 11:53 Uhr erfolgte die Alarmierung der Feuerwehren Perchtoldsdorf und Breitenfurt. Weiters wurde das Einsatzleitfahrzeug der Feuerwehr Laxenburg angefordert. Gleichzeitig wurde ein Schadstofftrupp der Feuerwehr Wr. Neudorf mit Schutzstufe II ausgerüstet, um erste Proben mit Indikatorstreifen zu entnehmen. [Bild 010] Der Schadstofftrupp konnte auf einer Fläche von rund 5m² einen Austritt der Flüssigkeit in ca. 1 cm Höhe am Boden feststellen. Durch das Austreten kam es zu einer chemischen Reaktion. Die Messungen ergaben einen PH-Wert von 3 (säuerlich). [Bild 003] Um weitere Gefahren ausschließen zu können, begab sich ein zweiter Schadstofftrupp in den Keller, um Messungen auf Explosionsgefahr, ätzende Dämpfe und eine mögliche Bildung von Wasserstoffgas mittels GDA 2 durchzuführen. Zum Glück verliefen alle Messungen negativ. [Bild 004] Inzwischen bauten die Feuerwehren Breitenfurt und Perchtoldsdorf einen Deko-Platz auf der Rückseite des Kellerbereiches auf. Um den Schadstofftrupp zu dekontaminieren, mussten die Einsatzkräfte einen Schutzanzug mit einer Filtermaske tragen. [Bild 005] Nach rund 90 Minuten gelang es den Feuerwehren, die Rückkühlanlage soweit abzudichten, dass kein weiteres Austreten erfolgte. Durch die natürliche Belüftung des Kellers war es dann sogar möglich, nach weiteren Messungen den betroffenen Bereich ohne Atemschutz zu betreten. [Bild 006] Zur Sicherheit wurde ein Chemikalienbindemittel im betroffenen Bereich aufgetragen, um etwaige Rückstände binden zu können. [Bild 007] Nach über vier Stunden konnten die rund 40 Einsatzkräfte mit deren 12 Fahrzeugen wieder einrücken. [Bild 008]
FF Breitenfurt FF Laxenburg FF Mödling FF Perchtoldsdorf FF Wiener Neudorf

Bericht #787